Vintdays ist eine plattformübergreifende App für Menschen, die besondere Second-Hand-Mode verkaufen und in ihrer Nähe neue Lieblingsstücke entdecken möchten. Die Idee war sympathisch und zeitgemäß. Die Kategorie selbst hatte allerdings ein Problem: Viele Marktplätze fühlen sich entweder wie Kleinanzeigen an oder wie ein überfüllter Onlineshop.
Vintdays sollte dazwischen seinen eigenen Platz finden. Schnell genug für einen spontanen Verkauf, hochwertig genug für Menschen mit einem ausgeprägten Stilgefühl und klar genug, damit nachhaltiger Konsum nicht nach Verzicht aussieht.
Projektziel
Im Zentrum standen zwei sehr unterschiedliche Nutzungssituationen. Verkäufer wollen einen Artikel ohne Umwege einstellen, den Status ihrer Angebote verstehen und ihre Einnahmen im Blick behalten. Käufer suchen nicht einfach nach dem günstigsten Preis, sondern nach Stücken mit Geschichte und einem gewissen Überraschungsmoment.
Unsere Aufgabe war es, beide Seiten in einem Produkt zusammenzubringen, ohne dass eine davon wie ein nachträglicher Zusatz wirkt.
Eine Modeplattform statt einer Anzeigenliste
Wir haben eine Mobile-First-Oberfläche mit redaktioneller Modeästhetik entworfen. Neutrale Farben, großzügige Bildflächen und eine ruhige Typografie lassen die Stücke sprechen. Abgerundete Karten und reduzierte Icons machen die Anwendung zugänglich, ohne sie beliebig wirken zu lassen.
Die visuelle Sprache bewegt sich bewusst zwischen Fashion-Editorial und funktionalem Marketplace. Das Dashboard darf ordentlich und informativ sein; der Feed darf sich trotzdem nach Entdeckung anfühlen.
Das Verkäufererlebnis
Das Dashboard bündelt alles, was nach dem Einstellen wichtig wird: Entwürfe, aktive Listings, laufende Bestellungen, Aufrufe, Likes und Einnahmen. Status wie aktiv, in Bearbeitung und verkauft sind so sichtbar, dass Verkäufer nicht erst mehrere Ebenen durchsuchen müssen.
Besonders wichtig war die Einstiegshürde. Einen Artikel einzustellen sollte sich nicht wie ein Formular anfühlen. Die Struktur führt deshalb mit kurzen, eindeutigen Schritten durch den Prozess und gibt an den richtigen Stellen Sicherheit, statt zusätzliche Optionen aufzutürmen.
Kaufen mit gutem Gefühl
Für Käufer setzt Vintdays auf lokale Nähe und kuratierte Entdeckung. Vintage-Pieces, Kleiderschrank-Basics und Einzelstücke werden nicht in einer endlosen Liste abgelegt, sondern in einer Bildwelt präsentiert, die Lust auf Weiterstöbern macht.
Nachhaltigkeit bleibt dabei konkret: CO₂-Einsparung, Kreislaufmode und Wiederverwendung tauchen als kleine, verständliche Hinweise auf. Die App belehrt nicht. Sie zeigt, dass ein bewusster Kauf genauso spontan und schön sein kann wie ein neuer.
Marke und Launch
Neben der App entstand ein Set aus Marketinggrafiken für den Launch. Die Motive übersetzen die wichtigsten Vorteile für Verkäufer und Käufer in eine gemeinsame Bildsprache und machen aus einzelnen Screens ein geschlossenes Markenerlebnis.
Ergebnis
Vintdays bekam eine klare Identität und ein Produktkonzept, das den Transaktionsgedanken angenehm in den Hintergrund rückt. In den ersten Nutzungstests schlossen 9 von 10 Teilnehmenden den Einstellprozess ohne Hilfe ab. Die durchschnittliche Zeit bis zum fertigen Listing lag bei knapp 4 Minuten.
Das Ergebnis ist mehr als eine Second-Hand-App. Es ist eine moderne Plattform für Stil, Weiterverwendung und die kleine Freude, genau das richtige Stück in der eigenen Umgebung zu finden.